Die aktuell hohen Temperaturen und vor allem die Schwüle belasten den Körper. Aber ganz besonders Herzkranke haben dieser Tage massive Probleme.
„Müdigkeit, Erschöpfung und mangelnde Konzentration bis hin zu Muskelkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen“, zählt Dr. Manja Hubald auf. Sie ist Oberärztin der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie am Herzzentrum Dresden. Und sie kennt auch die Gründe für diese Symptome.
„Auslöser dafür ist unser körpereigenes Kühlsystem“, erklärt sie. „Denn zur Abkühlung beginnen wir zu schwitzen, der Schweiß verdunstet auf unserer Haut und führt so zu einer kontrollierten Absenkung der Körpertemperatur.“ Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße der Haut, was die Wärmeabgabe vom Körperinneren an die Umgebung verstärkt, fügt die Dresdner Medizinerin an. „Für all das muss das Herz verstärkt arbeiten!“ Bei Gesunden ist das meist kein Problem, bei Menschen mit Herzproblemen jedoch erfordert dieser Kühlkreislauf eine erhebliche Anstrengung des geschwächten Herzens. „Gelingt es dem Körper nicht, sich herunter zu kühlen, droht gar ein Hitzschlag“, warnt sie.
„Aber es gibt Grundregeln, die helfen können, schwerwiegendere Komplikationen zu vermeiden“, unterstreicht die Oberärztin. Ganz wichtig: Es sollte mehr getrunken werden als sonst. Mehr als die üblichen zwei Liter am Tag, lautet hier die Vorgabe. Für Menschen mit Herzschwäche – Herzinsuffizienz im Medizinerdeutsch – gilt das zwar einerseits auch, andererseits dürfen die Betroffenen eigentlich nicht so viel trinken. „Hier ist es hilfreich, sich täglich zu wiegen“, so Dr. Hubald. „Bleibt das Gewicht konstant, stimmt die Trinkmenge in der Regel.“ Möglicherweise könne es zudem ratsam sein, harntreibende Medikamente in Hitzeperioden zu reduzieren. „Das sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden“, macht die Kardiologin deutlich.
Wichtig ist in jedem Fall auch die Wahl der Getränke. Beim Schwitzen verliert der Körper neben Flüssigkeit auch viele wichtige Salze, Magnesium und andere Elektrolyte. „Diese können am besten durch Wasser oder Saftschorlen ausgeglichen werden, Elektrolyte beispielsweise durch Gemüsebrühe oder isotonische Getränke“, zählt die Dresdner Expertin auf. „Alkoholische oder stark gezuckerte Getränke sind als Durstlöscher hingegen ebenso zu meiden wie zu viel Kaffee oder schwarzen Tee!“ Zwar könne damit kurzfristig der Durst gelöscht werden, „allerdings entziehen sie im Gegenzug dem Körperkreislauf letztlich Wasser, was wiederum eine Belastung darstellt“, sagt Dr. Manja Hubald.
Das Thema Essen spielt bei den aktuell hohen Temperaturen ebenso eine wichtige Rolle. „So ist es bei Hitze besser, mehrere kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen zu sich zu nehmen“, beschreibt die Herz-Spezialisitin. Das belastet den Körper weniger. „Besonders gut verträglich ist leichte Kost mit viel frischen Obst und Gemüse.“
Jens Fritzsche
SZ-Lebensbegleiter-Tipp
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