Suche
Karte Sachsen umriss
Karte Sachsen umriss
So schützen Sie sich vor dem Enkeltrick und Betrug am Telefon
Wer ruft an? So schützen Sie sich vor dem Enkeltrick. Foto 123 RF

So schützen Sie sich vor dem Enkeltrick

Enkeltrick am Telefon und Betrug an der Haustür

Ein unerwartetes Telefonat, eine dramatische Geschichte, eine dringende Bitte um Geld – und schon kann man in die Enkeltrick Falle tappen. Betrügerische Anrufe, besonders der sogenannte Enkeltrick, sind seit Jahren eine weit verbreitete Masche, mit der Kriminelle gezielt ältere Menschen unter Druck setzen. Ihr Ziel ist es, Vertrauen zu erschleichen und Geld oder Wertgegenstände zu erbeuten.

Damit Sie vorbereitet sind und solche Situationen souverän meistern können, erklären wir, wie die Täter vorgehen, wie typische Gespräche ablaufen und vor allem: Wie Sie sich wirksam schützen können.

Wie gehen Betrüger vor?

So laufen die Gespräche ab

Die Maschen sind raffiniert – und leider immer wieder erfolgreich. Täter suchen gezielt Telefonnummern von älteren Menschen heraus, oft aus öffentlichen Telefonbüchern. Dabei orientieren sie sich an den Vornamen. Eine Sieglinde gehört vermutlich zur älteren Generation. Sie rufen an, meist mit unterdrückter Nummer oder mit einer scheinbar harmlosen Vorwahl, und beginnen sofort mit einer emotionalen Geschichte. In einigen Fällen wird auch gezielt vorgegangen und die Täter finden die erforderlichen familiären Strukturen in den sozialen Netzwerken. 

Besonders bekannt ist der Enkeltrick: Ein Anrufer gibt sich als Enkel, Neffe oder ein anderes Familienmitglied aus. Mit einem Satz wie „Rate mal, wer hier spricht!“ wird versucht, dass Sie selbst den Namen nennen – und der Betrüger schlüpft sofort in diese Rolle und täuschen Notfälle vor: Unfälle, eine plötzliche Operation oder ein angeblicher Autokauf, für den dringend Geld benötigt wird. Gefährlich: Mit Hilfe von KI können mittlerweile  Stimmen erzeugt werden, die realen Stimmen sehr ähneln.

Auch andere Varianten sind verbreitet:

  • Falsche Polizisten warnen vor angeblichen Einbrüchen und bitten Sie, Bargeld oder Schmuck „sicherzustellen“.

  • Manchmal geben sich die Täter auch als Bankmitarbeiter oder Staatsanwälte aus, die Ihr Geld angeblich vor Diebstahl schützen wollen.

Eines haben all diese Geschichten gemeinsam: Sie bauen Druck auf und appellieren an Hilfsbereitschaft, Sorge oder Angst.

Ein typisches Gespräch beginnt oft harmlos, fast vertraulich: 
„Hallo Oma, rate mal, wer hier am Apparat ist. “ – Schon diese Frage verunsichert und viele reagieren spontan mit „Bist du es, Peter?“ Damit ist der Name gefallen und der Betrüger hat gewonnen.

Danach folgt eine Geschichte voller Dramatik:

  • „Ich habe einen schweren Unfall gehabt und brauche dringend Geld für die Behandlung.“

  • „Die Polizei hat mein Geld beschlagnahmt, ich brauche sofort deine Hilfe.“

  • „Ich kann nicht selbst kommen, aber ein Freund holt das Geld gleich bei dir ab.“

Oder es meldet sich die Polizei: „Guten Tag, hier ist die Kriminalpolizei in Dresden. Mit wem spreche ich? “ Und schon ist der Name gefallen und es folgt eine Geschichte: 

  • „Ihre Telefonnummer ist im Zusammenhang mit einer Straftat aufgetaucht und wir müssen Sie und Ihren Besitz vor Einbrechern  schützen“

 

Die Betrüger wirken geschickt, reden schnell, lassen kaum Zeit zum Nachdenken und drängen zu sofortigem Handeln. Typisch ist auch, dass sie dazu auffordern, niemandem von dem Anruf zu erzählen – angeblich, um „Ärger zu vermeiden“ oder „die Familie nicht zu belasten“.

Wer überrumpelt ist, glaubt manchmal wirklich, helfen zu müssen – und genau darauf bauen die Täter.

 

So schützen Sie sich vor betrügerischen Anrufen

Die gute Nachricht:  Sie können sich wirkungsvoll schützen. Hier die wichtigsten Tipps:

  1. Bewahren Sie Ruhe. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Kein Notfall ist so dringend, dass er nicht kurz überprüft werden kann.

  2. Fragen Sie nach. Stellen Sie gezielte Fragen, die nur Ihr echter Angehöriger beantworten kann – zum Beispiel zu gemeinsamen Erlebnissen.

  3. Legen Sie auf. Wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt, beenden Sie das Gespräch sofort.

  4. Rufen Sie Verwandte oder Freunde an. Wählen Sie die Ihnen bekannte Telefonnummer Ihrer Angehörigen und fragen, was los ist – nie die Nummer, die Ihnen der Anrufer nennt.

  5. Niemals Geld oder Wertsachen herausgeben. Übergeben Sie nichts an fremde Personen, auch nicht, wenn sie angeblich von der Polizei geschickt wurden.

  6. Niemals Überweisungen vornehmen: Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder mit Ihrer Bank. Die Banken sind mittlerweile auch gut auf solche Situationen vorbereitet und helfen Ihnen gerne. 

  7. Überweisungslimit: Legen Sie gemeinsam mit Ihrer Bank ein Überweisungslimit pro Tag fest. 
  8. Niemals eine PIN – Nummer am Telefon verraten: Keine Bank wird Sie jemals danach fragen. 
  9. Notieren Sie verdächtige Nummern. Geben Sie diese an die Polizei weiter.

  10. Im Zweifel: 110 wählen. Lieber einmal zu viel nachgefragt, als Opfer eines Betrugs geworden.

Warum Aufklärung so wichtig ist

Betrüger hoffen, dass Betroffene sich schämen und den Vorfall verschweigen. Doch es ist entscheidend, offen über solche Erfahrungen zu sprechen – mit Familie, Freunden oder Nachbarn. Je mehr Menschen Bescheid wissen, desto schwerer haben es die Täter.

Polizei und Verbraucherzentralen informieren regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen. Scheuen Sie sich nicht, an Veranstaltungen oder Telefonsprechstunden teilzunehmen. Wissen ist der beste Schutz.

 

Fazit

Betrügerische Anrufe und der Enkeltrick sind eine ernste Gefahr, doch niemand muss schutzlos sein. Wer die Tricks kennt, erkennt Warnsignale schneller und kann richtig reagieren. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl – und denken Sie daran: Echte Polizisten oder Banken fordern niemals am Telefon Bargeld oder Wertsachen.

Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über dieses Thema und verabreden ein Codewort für echte Notfälle. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass diese Maschen immer seltener erfolgreich sind.

 

Übrigens: Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet Informationen und Veranstaltunge zu dem Thema an. Die Webpage finden Sie HIER

Weitere Artikel auf leben50 zu dem Thema Betrug am Telefon finden Sie HIER

Das könnte Sie auch interessieren

Tage des offenen Weinberges

Tage des offenen Weingutes

Bei den Tagen des offenen Weinberges empfiehlt Gastautor Ulrich van Stipriaan einen Abstecher zu Winzer Martin Schwarz.

Weiterlesen →

Nach der Bombardierung Dresden 1945

Die Bombardierung Dresdens – Ernst Hirsch Teil 6

Über die Bombardierung von Dresden und den Einmarsch der sowjetischen Truppen berichtet Ernst Hirsch im sechsten Teil der Autobiografie.

Weiterlesen →

Zecken

Breiten sich die Zecken in Sachsen aus?

Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen weist im Jahresbericht 2024 eine steigende Anzahl von Zecken aus, die mit Krankheitserregern in fixiert sind.

Weiterlesen →