DRESDEN – Das filmische Gedächtnis von Dresden bekommt ein neues Zuhause: Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) und die Museen der Stadt Dresden erwerben die Film- und Kamerasammlung des bekannten Dresdner Dokumentarfilmers und Kameramanns Ernst Hirsch.
Mit dem Erwerb des einzigartigen Archivs wird eine erstrangige Langzeitdokumentation über Dresden und seine Umgebung für die Öffentlichkeit gesichert, wie sie in ihrer Dichte für kaum eine andere deutsche Stadt existiert. Der von Ernst Hirsch zusammengetragene Filmschatz umfasst über 400 Filmrollen und bildet das Fundament für das filmische Gedächtnis der Stadt Dresden mit allen Brüchen und Kontinuitäten ihrer jüngsten Geschichte.
Das Archiv von Ernst Hirsch umfasst die letzten bekannten Kopien, die das Leben in der sächsischen Metropole vor 1910 zeigen. Es enthält ebenso Hirschs eigene versierte Aufnahmen vom mehrfachen Wandel der Stadt nach 1945. In enger Verbindung sowohl mit seinem Schaffen als Kameramann – u.a. für das DDR-Fernsehen, die DEFA und Regisseure wie Peter Schamoni – als auch mit der innovativen Filmtechnikgeschichte der Stadt Dresden steht seine kameratechnische Sammlung. Dazu gehört die erste eigene, aus zwei unterschiedlichen Apparaten zusammengesetzte Filmkamera von Ernst Hirsch ebenso wie mehrere Kamera-Raritäten aus der frühen Produktion der Dresdner Ernemann-Werke.
Der heute 88-jährige Dokumentarfilmer Ernst Hirsch gilt als das „Auge von Dresden“. Er hat sich in seinen Filmen der Wiederkehr der „Sixtinischen Madonna“ gewidmet, dem Aufbau von Zwinger, Residenzschloss und Frauenkirche. Persönlichkeiten wie Canaletto, Caspar David Friedrich oder Carl Gustav Carus standen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Für den Spielfim „Caspar David Friedrich – Grenzen der Zeit“ (1986) lieferte er dem damals westdeutschen Regisseur Peter Schamoni grenzüberschreitend wertvolle Zuarbeit.
Mit der Erwerbung durch die SLUB Dresden (www.slub-dresden.de) und die Museen der Stadt Dresden (museen-dresden.de) gelangt die bedeutende private Sammlung von Ernst Hirsch nun in die öffentliche Hand und kann so wissenschaftlich erschlossen und in großer Breite zugänglich gemacht werden. Ermöglicht wurde die Erwerbung auch dank einer privaten Spende von Thomas und Alexander von Ardenne.
Wer Glück hat, findet im eigenen Bücherschrank die 240 Seiten starke Autobiografie „Ernst Hirsch – Das Auge von Dresden“. Sie ist seit der letzten Auflage ausverkauft, wird nicht mehr neu verlegt – und ist damit selbst ein kleines Schätzchen.